Alles anzeigenDie Tonlage der Verlautbarung aus Mehita spricht Bände. Wenn die Futunische Hegemonie – jene selbsternannte Bastion göttlicher Ordnung und militärischer Härte – die Westlichen Inseln als „Verschwendung von Geldern, Material und heiligen Leben“ abschreibt, dann offenbart dies vor allem eines: die absolute intellektuelle und moralische Bankrotterklärung eines expansiven Modells, das an der Realität komplexer Gesellschaften gescheitert ist.
Dass man sich vor dem Abzug noch schnell schadlos gehalten, das komplette Weltraumprogramm der ehemaligen Demokratischen Union Ratelon geplündert, Patente und Maschinen demontiert und die Inselbewohner in ihrer vermeintlichen „passiven Hilfslosigkeit“ sich selbst überlassen hat, entbehrt nicht einer gewissen zynischen Konsequenz. Futuna verlässt die Inseln nicht als großherziger Ordnungsmacht, sondern als geordneter Plünderer, der das Tafelsilber einpackt, bevor er das brennende Haus verlässt.
The Bitter Pill for Scriptatore
Nun liegt das Problem also auf dem Schreibtisch von Präsident Muracio Scriptatore. Die offizielle Lesart in D.C. wird gewiss von diplomatischer Etikette getragen sein: Man werde Verantwortung übernehmen, man stehe den Menschen auf den Inseln bei. Doch hinter den Kulissen im Capital Disctrict herrscht Katerstimmung – und das völlig zu Recht. Was uns die Futunische Hegemonie hier hinterlässt, ist ein klassisches Desaster auf Raten. Ein geopolitisches Vakuum, garniert mit den ökologischen Altlasten atomarer Experimente – man erinnere sich an den rücksichtslosen Mathara-Atomwaffenversuch vor der Haustür der Inseln – und einer Bevölkerung, deren wirtschaftliche und zivile Infrastruktur systematisch entkernt wurde.
Wir baden hier die Misere eines anderen Staates aus. Futuna hat die Region über Jahre hinweg bevormundet, kulturell entfremdet und schließlich wirtschaftlich nackt ausgezogen. Und wir? Wir übernehmen ein geopolitisches Wrack, dessen Zukunft unter futunischer Herrschaft ohnehin nie gewollt war. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Mehita diesen Abgang exakt so kalkuliert hat: Man hinterlässt verbrannte Erde, um dem demokratischen Nachbarn im Westen einen Klotz ans Bein zu binden, den kein Staat der Welt freiwillig tragen möchte.
„Futuna plündert die technologische Substanz und überlässt uns die menschliche Trümmerhalde. Das ist kein Akt der Entlassung in die Freiheit, das ist die Entsorgung eines Lastenpostens auf Kosten Astors.“
Why We Cannot Escape Our Responsibility
Und dennoch: Trotz aller berechtigten Kritik an diesem giftigen Geschenk aus dem Osten gibt es für Astor keinen Zentimeter Spielraum zum Ausweichen. So bitter es ist, die Scherben einer fremden Hegemonialpolitik aufzusammeln – die Alternative ist schlichtweg unerträglich.
Wenn sich Astor jetzt wegduckt, wenn wir aus verständlichem Frust über die futunische Plünderungspolitik die Hände in den Unschuldshänden falten, wird auf den Westlichen Inseln innerhalb weniger Wochen die absolute Anarchie ausbrechen. Die von Futuna attestierte „passive Hilfslosigkeit“ der Bevölkerung ist in Wahrheit das traumatische Resultat jahrelanger Entmündigung. Ohne Nahrungsmittellieferungen, ohne medizinische Grundversorgung und ohne staatliche Ordnung droht den Inseln ein humanitäres Inferno, das direkt vor unserer Haustür brennen würde.
Als liberale Demokratie definieren wir uns nicht über die Bequemlichkeit unserer Nachbarschaft, sondern über unsere Handlungsfähigkeit in der Krise. Scriptatore muss nun Stärke beweisen – nicht mit der Stiefel- und Zuchtmentalität Futunas, sondern durch kluge, zivile Aufbauarbeit, humanitäre Soforthilfe und die schrittweise Einbindung der Bevölkerung in eine echte Selbstverwaltung. Lassen wir die Inseln fallen, gewinnen die Extremisten und gewinnen jene, die glauben, man könne Menschen wie Schachfiguren verschieben. Das dürfen wir nicht zulassen – auch wenn der Preis, den Futuna uns hinterlassen hat, astronomisch hoch ist.
Quelle: https://notw.mns.li/artikel/32…what-futuna-leaves-behind